New work oder mobiles Arbeiten

von Kai Mielke

Die Regelungen der Arbeitsbedingungen in Deutschland stammen aus dem letzten Jahrhundert.

Ein „nine to five“ Job ist heute in der modernen Arbeitswelt nicht mehr, als eine vage Erinnerung. Die Politik sieht diese sich änderten Arbeitsumstände als Anlass, die modernen Jobs und Arbeitsweisen zurück in die veralteten Muster der Vergangenheit zu zwingen. Regelungen der Anzahl von Tagesstunden und ein fehlendes Recht auf Home-Office sind das Ergebnis einer Politik aus der Zeit der Industriellen Revolution im 19 Jhd. Es gibt bereit bessere und aktuellere Lösungen, die den Menschen mehr Individualität und Freiheit bei der Arbeit, ermöglichen. Man muss sich nur von seinen verkrusteten und nicht zeitgemäßen Vorstellungen trennen.

Die deutsche Politik hängt in Sachen Arbeitsgesetz noch immer im 19 Jhd. fest. Treu nach dem Motto „Der Arbeiter muss geschützt werden und die Arbeitszeit, der Arbeitsort und die Arbeitsbedingungen müssen reguliert werden“. Diese Parolen wiederholt die Politik schon seit nun über 100 Jahren. Die Arbeit hat sich jedoch in den letzten 100 Jahren stark gewandelt. Es gibt keine Arbeiter mehr, sondern Angestellte. Mündige, gebildete und selbstständige Menschen, die für sich selbst entscheiden können, wie, wann und vor allem wo Sie arbeiten wollen.

Ein Ideal der Politik ist ein Arbeiter, der um 8 Uhr zur Arbeit fährt (am liebsten mit dem Fahrrad oder dem Elektroauto), dort seine 8 Stunden absitzt und abends wieder zurück nach Hause fährt. Da dieses Idealbild schon lange nicht mehr der Realität entspricht, muss eine Lösung her. Diese ist für die Regierenden ganz einfach: Man zwing die Menschen durch Gesetzte und Verordnungen dazu Ihre Arbeit in das vorgegebene „9 to 5“ Muster zu quetschen. So kann der Politiker ruhig schlafen und am 1. Mai für mehr Arbeiterrechte demonstrieren, wem auch immer diese neuen Arbeiterrechte helfen sollen.

Heute im 21 Jhd. Ist die Arbeitswelt internationaler, globalisierter und zum Glück auch viel freier und individueller geworden, als diese es vor 100 Jahren war. Nur ein sehr geringer Teil der Menschen in Deutschland steht vor einem Fließband. Die meiste Arbeit ist vielfältig, individuell und kreativ. Solche Arbeit kann man nicht in ein starres, 100 Jahre altes System stecken. Anstatt dem Alten und für die Politik einfachen System nachzueifern, sollte die Regierung den Blick nach vorne richten und die Arbeitsbedingungen für Angestellte und vor allem Selbstständige dem Geist der heutigen Zeit anpassen.

Eine Maximale Arbeitszeit von 8 Std am Tag, ist schon lange überholt. Besser wäre eine Wochenarbeitszeit von z.B. maximal 48 Std., die von jedem individuell gestalten werden, kann. Vor wichtigen Veranstaltungen oder dringenden Lieferterminen ist es notwendig mehr zu arbeiten. Wenn die Arbeit getan ist, ist in der Firma sowieso erst einmal Pause. Wenn nichts zu tun ist, kann man auch keine 8 Stunden füllen. Wenn viel zu tun ist, reichen die 8 Std. nicht aus.

Auch die Regelung nach dem festen Arbeitsort, stammt noch aus der Zeit der analogen Telefone. Heute schicken sich die Mitarbeiter einer Firma Mails untereinander, obwohl Sie zwei Tische voneinander entfernt sind. Durch Videokonferenzen, schnelles Internet und Mobiltelefone, ist die Arbeit bereits jetzt komplett ortsunabhängig geworden. Der einzige Ort, an dem Sie sich persönlich austauschen, ist eine Kantine oder die Zigarettenpause.

Ein Zwang, seine Arbeit nur an einem Ort in den Firmenbüros ausführen zu müssen, ist somit aus der Zeit gefallen. Eine E-Mail braucht dieselbe Zeit für eine Entfernung von 4 Metern, als sie dies für 10 Kilometer benötigt. So schwer sich das manche „Internet-Neuland-Politiker“ auch vorstellen können.

Hier muss die Politik die Weichen für eine moderne Arbeitswelt schaffen. Der Begriff „Homeoffice“ ruft bei vielen das Bild einer 24/7 Erreichbarkeit für den Chef hervor. Doch wir finden, dass jeder Mensch es für dich selbst entscheiden sollte, an welchen Ort er seine beste Leistung abrufen kann. Dies kann sein Büro zuhause, aber auch das Café an der Ecke, der Park, oder die Bibliothek sein. Homeoffice bedeutet ortsunabhängiges und individuelles arbeiten.

Deshalb muss die Politik handeln und ein Recht auf Homeoffice einführen. Der Arbeitnehmer sollte vor dem Chef nicht begründen müssen, warum er von Außerhalb arbeiten möchte, sondern der Chef muss Begründen warum es nicht gehen soll. Solange der Arbeitnehmer das erledigt was den Arbeitsvorhaben entspricht (oder durch die größere Freiheit, auch mehr als gefordert), sollte alles in Ordnung sein.

Bei Berufen, die einen Ort voraussetzen ist dies natürlich nicht möglich und die Ortsunabhängigkeit schnell begründet. So kann ein Verkäufer in einem Modegeschäft, sehr schlecht seinen Job von zuhause aus erledigen.  Aber in vielen anderen Berufen ist der Arbeitsortzwang keine Notwendigkeit und eher eine Kontrollphobie des Chefs.

Das sind die neuen und modernen Arbeiterrechte, für die es sich am ersten Mai zu kämpfen lohnt. Die Regelung von Arbeitszeit und Ort von Oben durch die Politik / Gewerkschaften stammen aus der Zeit von vor 100 Jahren. Heute müssen wir uns dafür einsetzen, dass sich die Menschen frei und individuell entwickeln können. Wenn die Menschen so arbeiten können wie sie es für richtig halten, frei von Vorgaben, frei von Arbeitszeitregelungen und vor allem ortsunabhängig, können Sie ihr volles Potential entfalten.

Denn jeder Mensch weiß selbst was für Ihn am besten ist.

Quellenangabe: Titelbild: www.uhrenindustriemuseum.de